Zlin Z 42 und Z 43 Die geräumige viersitzige Z43 war durch Einfügen eines Rumpfsegmentes aus der zweisitzigen Z 42 hervorgegangen, etwas besser ausgerüstet (Funk-Halbkompass, Landescheinwerfer), hatte im Wesentlichen das gleiche TW + Lader (dadurch brachte sie es auf 210 PS Startleistung statt 180 PS bei der Z 42) sowie ein verändertes Tragwerk mit 4 statt 2 Flächentanks. Die automatische Verstellluftschraube war durch eine mechanisch-hydraulische ersetzt worden, wie sie später auch in der Z 142 eingesetzt wurde. Die Sicht von allen Sitzen aus war sehr gut, auch nach vorne störte die lange Schnauze kaum. Durch den Austausch der schweren Sende-/Empfangsanlage gegen ein modernes Flugfunkgerät war sie auch ein gutes Stück leichter geworden.
Anfangs war es etwas ungewohnt, sich vom Steuern mit der rechten Hand am Knüppel auf linke Hand am Knüppel umzustellen, aber das war notwendig, weil es im Gegensatz zur Z 42 nur einen "Stachel" in der Mitte gibt (die Z 42 hat einen zweiten links außen, der beim Einsteigen aus Platzgründen "versenkt" werden konnte. Beide Maschinen wurden zu Zeiten entwickelt, als Kraftstoff spottbillig war und wurden mit bis zu 40 Litern je Flugstunde in den 90er zum Problem. Andererseits "trösteten" uns Sportsfreunde aus dem Westen damit , dass amerikanische Lycoming- Motoren dieser Leistungsklasse auch so viel schluckten. Über heutige Preise für 100LL rede ich lieber gar nicht erst!
Jedenfalls sind diese Triebwerke heute noch in sehr vielen Maschinen installiert (z.B. Z 526 AFS) und verrichten dort relativ zuverlässig ihren Dienst, auch dank des weitaus besseren Shell-Öls statt des MS-20.
Und die Fangemeinde wird wieder größer.
Für die Grundausbildung war die Z fast ideal - einfache Bedienung (nur den Stachel reinschieben, und die Latte machte schon, was sie sollte - durch die Automatik immer eingestellt auf maximale Leistungsabgabe, keinen Ärger mit Vergaservorwärmung etc. weil Einspritzer, angenehme Ruderdrücke und -reaktionen und genügend Platz im Cockpit) und durch die Parabelfeder auch zumeist unempfindlich gegen Torturen bei verkorksten Landungen. Nur ihre Eigenheiten beim Trudeln sollte man besser nicht in geringer Höhe herausfordern. Laut war sie auch - innen wie außen. Innen halfen die Ohrenschützer/Kopfhörer ("Geschirr") dagegen, und außen...tja, den satten Klang des Walther höre ich heute noch überall heraus. Da sie für niederoktaniges und sogar bleifreies Benzin ausgelegt waren, wurden sie nach der Wende häufig mit Autobenzin betrieben. Nach 800 Betriebsstunden jedoch brauchten sie dann eine gründliche Frischzellenkur - großer Kummer bei den Preisen!
Sie waren nur für Flüge am Tage unter einfachen Wetterbedingungen ausgerüstet.Elektronische Helferlein bis hin zum GPS kamen erst in den 90ern auf, und da hatte ich nach meinem ersten OV (Orientierungsverlust; in der Ausbildung auf der Strecke passiert) schon keinen Bedarf mehr nach weiteren Erlebnissen dieser Art, kam mit der klassischen Koppelnavigation ganz gut zurecht.


Die familiäre Ähnlichkeit der Z 43 und Z 42 ist nicht zu übersehen. Schritt für Schritt erhielten alle Maschinen eine neue Bemalung.
Z 42 D-EWMA
Paneel der Z 42
Z 42 - Paneel


Z 43
D-EWFD mit 210 PS Walther-Reihen-TW
(6 Zylinder, hängend, Einspritzer, Lader,
Verstell-Luftschraube), rechts dahinter Z 42

Paneel der Z 43
Zlin Z 43 und 42 Z 43 - Paneel
Die Tschechen wollten nicht nur den guten Ruf ihrer Einmots erhalten, sondern mit einer modernisierten Zlin - Reihe auf den westlichen Markt. Dafür bestanden nach Expertenmeinung auch Chancen, da Qualität, Service und Preise Anfang der 90er stimmten.
Ein absolutes Billigangebot waren die Z 143 L allerdings auch nicht, jedoch bei mit westlichen Mustern vergleichbaren Leistungen und Flugeigenschaften eine preiswerte Wahl.

Ob es das amerikanische Triebwerk sein mußte, ist Ansichtssache. In der ehemaligen DDR fliegen nach wie vor eine große Anzahl der Vorläufer dieser Baureihe, die Z 42 und Z 43, mit den Walther - Einspritzern aus tschechischer Produktion. Die nach der Wende in den neuen Bundesländern gegründeten Vereine übernahmen von der Treuhand diese GST - Flugzeuge, denn sie sind für den strapaziösen Club- und Schulungsbetrieb einfach und robust genug.

Ihre elektronische Ausrüstung wurde heutigen Anforderungen angepaßt. Die Betriebskosten bewegen sich im Rahmen des heute üblichen.

Langlebigkeit ist auch von den Z 142, Z 242 und Z 143 zu erwarten. Vermehrte Aufmerksamkeit muß jedoch noch dem Lärmschutz gewidmet werden.


In Tschechien sind die Z 142 für den einfachen Kunstflug zugelassen. In Deutschland erteilte das LBA trotz vorliegender Herstellergenehmigung diese Zulassung nicht. So fahren noch immer deutsche Piloten zum preiswerten Kunstflug- und Gefahren-Training in die Tschechische Republik, z.B. nach Vrchlabi am Rande des Riesengebirges.


Video: Start in Vrchlabi
   
Zlin Z 143 L Viersitzer
Das L steht für Lycoming - den Hersteller, dessen Triebwerke
alternativ eingebaut werden.



Armaturenbrett der Zlin Z143 L

Triebwerke sind teuer und empfindlich. Sie erfordern eine präzise Steuerung und Überwachung. Außerdem gibt es dann noch Instrumente und Geräte zur Fluglagesteuerung und -überwachung/Navigation sowie für Funk und Sekundärradar. Das alles muß übersichtlich angebracht sein.


 
Landescheinwerfer F-Schlepp-Kupplung
   

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